Paternostererbse

Die sehr giftige Paternostererbse, Abrus precatorius, aus der Familie der Leguminosae wird in der Ayurveda bereits seit Jahrhunderten zur Behandlung von Augenkrankheiten und zur Menstruationsbeschleunigung eingesetzt.

Ursprünglich stammt die Paternostererbse aus Indien. Sie diente dort nicht nur als Heilmittel in der Ayurveda. Man nutzte die Samen der Paternostererbse auch zum wiegen von Edelsteinen. Die Samen sind sehr einheitlich in ihrer Größe. Ein Samen wiegt 1,75g oder auch 1 Karat. Das Gewicht des 110 karätigen Koh-i-Noor („Berg des Lichts“) wurde ursprünglich mit den Samen der Paternostererbse ermittelt.

Mittlerweile findet man die Paternostererbse in den meisten tropischen Regionen der Welt. In vielen Regionen findet die Pflanze als Heilmittel Verwendung. Darüberhinaus schätzt man in Lateinamerika und der Karibik die Samen als attraktiven Schmuck. So fertigt man traditionell aus den Samen Ketten für Kinder. Sie sollen als Schutz gegen Krankheit dienen.

Auch in Deutschland wird mittlerweile Schmuck aus den Samen der Paternostererbse angeboten. Vor dem Kauf ist aus meiner Sicht dringend abzuraten. Die Samen sind eingenommen äußerst giftig. In der Ayurveda werden die Samen vor der Einnahme gereinigt und entgiftet. Dabei wird das in ihnen enthaltene hoch toxische Protein Abrin denaturiert.

Paternostererbse Lebensraum

Die Paternostererbse ist ursprünglich in Indien und Sri Lanka heimisch. Mittlerweile findet man sie in vielen tropischen Regionen rund um den Erdball.

Beschreibung

Die Paternostererbse ist ein rankender Busch mit grünlich gelben Zweigen. Die schönen glänzenden Samen sind etwas kleiner als normale Erbsen. Sie sind eiförmigen und scharlachrot. Am Ansatzpunkt für den Stiel, dem Hilum, befindet sich ein schwarzer Fleck. Es gibt auch Farbvariationen. Beispielsweise schwarzfarbene Samen mit einem weißen Fleck, rein schwarz oder komplett weiß.

Traditionelle und moderne Verwendung der Paternostererbse

Verwendet werden die gewundene, holzige und süsslich schmeckende Wurzel, die Blätter und die Samen der Paternostererbse.

Äußerlich wird ein Extrakt aus den Samen traditionell zur Behandlung von Hautkrankheiten und Geschwüren eingesetzt. Wie bereits geschrieben, werden die Samen zuvor gereinigt und entgiftet. Ein Heißwasserauszug aus der Wurzel, den Blättern oder den Samen wird bei Augenkrankheiten aufgebracht oder als Menstruationsbeschleuniger eingenommen.

In den Tropen Afrikas bereitet man einen Sud aus der Wurzel zum Einnehmen gegen Brechreiz und zur Behandlung von Bilharziose, Gonorrhöe (Tripper), Asthma und Bandwurmbefall.

In Lateinamerika nutzt man ein Pulver aus den getrockneten Blättern der Paternostererbse zur äußerlichen Anwendung bei Schnittwunden und Schwellungen.

Studien

  • Das aus den Samen der Paternostererbse isolierte Protein Agglutinin zeigte in Studien eine starke antitumor Wirkung.
  • Ein alkoholischer Extrakt zeigte eine Hemmung der Fruchtbarkeit sowohl bei weiblichen als auch bei männlichen Versuchstieren.
  • In Rattenversuchen konnte ebenfalls eine abtreibende Wirkung nachgewiesen werden.
  • Die in der Paternostererbse enthaltenen Abruquinone A, B, D und F zeigten in Studien eine stark entzündungshemmenden und antiallergischen Wirkung.

Paternostererbse – Dosierung

Wurzelpulver: 0,5 bis 1g
Blattsud: 50 bis 100ml

Gegenanzeigen

Die Anwendung sollte nur mit gereinigten und entgifteten Samen erfolgen und nicht in Eigenmedikation! Von einer Eigenbehandlung mit Paternostererbse ist in dringendst abzuraten.

Landestypische Bezeichnungen

  • Jequirity
  • Indian liquorice
  • Rati
  • Gunja

Weiterführende Links

pflanzenguru.com – Abrus precatorius

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