Ololiuqui

Ololiuqui

Ololiuqui, Rivea corymbosa (Turbina corymbosa), ist eine schnell wachsende verholzende Kletterpflanze, die vornehmlich in den tropischen Zonen Mittelamerikas heimisch ist. Ololiuqui gehört zur Familie der Windengewächse. Ihre Samen, von dessen Form und Größe sich der Name ableitet, werden seit Jahrhunderten von den Ureinwohnern Zentral Amerikas als Halluzinogen eingesetzt. Bereits im 16. Jahrhundert wird Ololiuqui das erste mal von spanischen Eroberern schriftlich erwähnt. In den 60-er Jahren des vorigen Jahrhunderts entdeckte Dr. Albert Hofmann den für die halluzinogene Wirkung verantwortlichen Stoff. Das Alkaloid LSA (Lysergic Acid Amide) das in der Struktur LSD (Lysergic acid diethylamide) sehr ähnlich ist, jedoch eine abgeschwächtere Wirkung aufweist.

Nicht nur die Samen wurden von den Azteken aufgrund der halluzinogenen Wirkung eingesetzt. Auch die Ololiuqui Pflanze, Rivea corymbosa, galt als Mittel gegen Tumore, Schmerzen oder Blähungen.

Einnahme von Ololiuqui

Traditionell wird Ololiuqui frisch und unbehandelt verarbeitet. 10 Samen werden von der zu behandelnden Person gesammelt, zerstampft, mit etwas Wasser oder Wein eingeweicht, gefiltert und nachts eingenommen. Ist die entprechende Wirkung nicht eingetreten wartete man 5 Tage und erhöhte die Dosis um weitere 5 Samen. Die Einnahme von sehr vielen Samen kann zu Erbrechen und Durchfall führen.

Wirkung von Ololiuqui

Traditionell sollen die durch Ololiuqui ausgelösten Phantasien die Ursache für einen bösen Zauber aufzeigen. Wir würden sagen, dass man durch die Einnahme der Samen der Ursache eines Leidens auf den Grund geht. Die Wirkung nach der Einnahme setzt sehr schnell ein und führt zu Halluzinationen unterbrochen durch Schwindelzustände. Danach folgen Mattigkeit, Euphorie und schliesslich Schläfrigkeit.

Victor Reko, der lange Zeit in Mexiko als Arzt gearbeitet hat, hat die Wirkung von Ololiuquisamen, die er in Pulque, dem leichtalkoholischen Agavenwein eingelegt hatte, wie folgt beschrieben:

Nach einem kurzen Verwirrtheitszustand ueberkommt die Versuchsperson ein angenehmes Gefühl von Ruhe und ein leichter Schlaf.

Man ist aber dabei doch noch so wach, dass man alles hört, was ringsum vorgeht. Reisst man sich mit Willen aus diesem Dusel, so ist der Rausch meist vorbei und es bleibt nur eine gewisse Übelkeit zurück, die jedoch bald vergeht.

Ueberlässt man sich aber dem Spiel der Gedanken ungestört und dämmert man so hin, so erscheinem einem nebelhafte Gestalten, aus denen sich die eine oder andere deutlicher heraushebt und schliesslich klar zu erkennen ist. Denkt man dabei an einen Bekannten, so nimmt sie dessen Gestalt und Züge an. Man kommt in ein Gespräch mit ihm, hat das Bedürfnis, die gehörten Worte, wie um sich besser merken zu können, zu wiederholen. Je nach der psychischen Einstellung der Versuchsperson sieht sie das, was sie erwartet.

Die traditionell eingesetzte Dosierung scheint auf Personen in unseren Breitengraden keinerlei Wirkung aufzuweisen. Teilweise sind bis zu 100 Samen notwendig um eine Phase des Wohlbefindens zu erreichen. Bei einigen Personen führen auch hohe Dosen nicht zum gewünschten Effekt. Nebenwirkungen wie hoher Blutdruck, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sind jedoch bei hoher Dosierung sehr wahrscheinlich. Bei Frauen kann die Einnahme zur Auslösung einer Frühgeburt führen.

Ololiuqui wird auch zur Zubereitung von Oaxaca verwendet, einer Droge zur Linderung der Sorgen und Nöte des Alltags.

Pflege

Rivea corymbosa ist eine schnell wachsende Pflanze, der man eine Kletterhilfe zur Verfügung stellen sollte. Sie mag bevorzugt einen sonnigen Standort und sollte regelmässig gegossen werden. Staunässe sollte vermieden werden. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass man eine blühwillige Pflanze erhält.

Alkaloide in Ololiuqui

d-Lysergsaeureamid, Isolysergsaeureamid, Chanoclavin, Elymoclavin und Lysergol. Die Hauptbestandteile d-Lysergsaeureamidund Isolysergsaeureamid liegen als d-Lysergsaeure-N- (1-hydroxyethyl)amid vor.

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