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Das Geheimnis um den Wahrsagesalbei - Salvia divinorum

Die Schamanen der Mazateken bauten Salvia divinorum an versteckten Orten an und waren sehr zurückhaltend darin, über die Pflanze mit Nichteingeweihten zu sprechen. Das ist einer der Gründe, warum der Aztekensalbei bis in die 60-er Jahre hinein ausserhalb einer begrenzten Region in Mexiko weitestgehend unbekannt war.

Die Geschichte dieser Region bietet einige Erklärungen, warum die Mazateken lange Zeit Salvia divinorum geheim hielten.

Bereits im 16. Jahrhundert berichteten spanische Eroberer über Visionen auslösende Pflanzen, die die Einheimischen zu sich nehmen. Die katholische Kirche sah solche Pflanzen als demonische Mittel zur Götzenanbetung an, deren Nutzung unterbunden werden sollte. Am 19. Juni 1620 verbot die Inquisition in Mexiko City den Konsum berauschender Pflanzen und ahndete Zuwiderhandlungen mit drakonischen Strafen. In der Folge verlagerte sich die Nutzung dieser Pflanzen in die Verborgenheit.

Geändert hat sich seit dem 17. Jahrhundert nicht viel. Noch heute wird die Nutzung vieler Visionen auslösender Pflanzen weltweit verfolgt und bestraft. Auch heute noch sind die Strafen drakonisch.

Ob die spanischen Eroberer Salvia divinorum kannten, ist nicht eindeutig belegt. Es gibt zumindest keinen klaren Hinweis darauf. Erstmals eindeutig belegt ist eine Erwähnung im Jahre 1938. Botanisch eingeordnet wurde Salvia divinorum jedoch erst 1962 wobei auch da die zu den Visionen führenden Inhaltsstoffe nicht identifiziert werden konnten. Erst Mitte der 90-er Jahre nahm das Verständnis über die Inhaltstoffe und Wirkungen von Salvia divinorum zu, was gleichzeitig zu einem immer grösseren Bekanntheitsgrad in der Öffentlichkeit führte. Dieses gestiegene Interesse der Öffentlichkeit an Salvia divinorum sorgte leider auch dafür, dass die Pflanze in den Fokus der Regierungen fiel. Australien war das erste Land, das im Jahre 2002 Salvia divinorum und das darin enthaltene Salvinorin A verbot. Länder wie Dänemark, Belgien, Italien und Südkorea folgten diesem Beispiel kurz darauf. Viele weitere Länder werden oder haben die Pflanze seither verboten. Auch in Deutschland ist Salvia divinorum seit Februar 2008 illegal. Selbst in Mexiko, wo Salvia Divinorum nicht verboten ist, wird von Fällen berichtet, in denen die Mexikanische Armee Salvia divinorum von Schamanen konfiszierte und vernichtete.

Die Furcht vor Verfolgung ist jedoch nicht der einzige Grund für die Geheimhaltung von Salvia divinorum. Salvia divinorum erzeugt meist sehr persönliche, wertvolle Erfahrungen. Die Pflanze wird daher als ein spirituelles Geschenk angesehen, das man nur mit Menschen teilen möchte, die diese Spiritualität schätzen und verstehen können. Hinzu kommt die Furcht, dass ein grösserer Bekanntheitsgrad zum Verbot der Pflanze führen könnte. So sprachen sich viele dafür aus, die Visionen auslösende Substanz, Salvinorin A, nicht zu veröffentlichen.

Die Verbote weltweit zeigen, dass die Geheimniskrämerei nicht grundlos ist, solange Regierungen dem Einzelnen eine Reise zur Erkenntnis verbieten will und diese Pflanzen illegalisiert. Gerade durch diese Kriminalisierung aus Unverständnis heraus, verhindert man den richtigen Umgang mit Salvia divinorum. Es ist unethisch Salvia divinorum anderen anzubieten, ohne mitzuteilen, wie man die Pflanze richtig gebraucht. Es ist dieses unethische Handeln, was die Regierungen durch Ihre Verbote bewirken. Die Folge sind Desinformation und ein Schwarzhandel mit Salvia divinorum, bei dem die Information über den richtigen Umgang auf der Strecke bleibt.

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