Juckbohne

Die Juckbohne, Mucuna pruriens, ist eine einjährige Kletterpflanze mit dreizähligen, lang gestielten eiförmigen Blättern. Sie gehört zur Familie der Papilionaceae.

Für die Juckbohne finden sich die vielfältigsten Bezeichnungen. Im englischen nennt man sie Cowhage, Horse-eye Bean. In Indien Atmagupta, Aatmaguptaa, Kapikacchuu, Rshabhi, Adhigandhaa, Ajadaaa, Kacchuraa, Laanguli, Rshyaproktaa, Svaguptaa, Shyaamguptaa, Markati, Kanduraa, Kevaanch oder Shuukashimbi.

Wirkung der Juckbohne

Die Samen der Juckbohne wirken adstringierend, blutdrucksenkend und verlangsamen den Herzschlag. Die Haare der Jungpflanzen sind wurmtötend, Wurzel und Früchte wirken spasmolytisch und hypoglykämisch.

Indikationen

  • Die Samen der Juckbohne werden bei Impotenz, Spermatorrhö, Leukorrhö und neurotischer Depression verabreicht.
  • Die Haare der Juckbohne verwendet man bei Erkrankungen der Leber oder Gallenblase.
  • Die Blätter der Juckbohne verwendet man äusserlich bei Geschwüren
  • Die Wurzel wird bevorzugt zur Behandlung von Vaginalausfluss eingesetzt aber auch bei Nervenleiden
  • Samen bzw. Früchte (Fructus Stizolobii) und Wurzel werden zur Behandlung von Parkinson eingesetzt.

Die Haare der Fruchthülsen führen bei Hautkontakt zu starkem Juckreiz und Brennen. In Indien werden sie innerlich als Wurmmittel und äusserlich zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen eingesetzt. Aufgrund der Giftigkeit kommen sie in unseren Breiten lediglich als Homöopathisches Mittel gegen Juckreiz zum Einsatz (Dolichos pruriens).

Inhaltsstoffe

Die Samen der Juckbohne enthalten die Alkaloide Mucunin, Mucunadin, Mucunadinin, Prurieninin und Nikotin. Daneben Beta-Sitosterol, Letcitin und Gallussäure sowie bioaktive Substanzen wie beispielsweise Tryptamine, Steroide, Flavonoide. Die Alpha-Aminosäure L-3,4-Dihydroxyphenylalanin (L-DOPA oder auch Levodopa) ist in allen Teilen der Juckbohne vorhanden. L-DOPA ist in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren und wird zur Behandlung von Parkinson eingesetzt. Die Wirkung der Juckbohne wird als schneller und länger beschrieben, als bei der Therapie mit synthetisch hergestelltem L-DOPA. In Indien gibt es bereits das aus Juckbohnenextrakt gewonnene Medikament Zandopa, ehemals HP200.

Die Haare der Schalen enthalten besonders viel 5-Hydroxytryptamin (Serotonin).

Juckbohne Dosierung und Gegenanzeigen

Bei Parkinson nimmt werden bis zu 15g getrocknete und pulverisierte Samen zu Pulver gemahlen und über den Tag verteilt eingenommen. Traditionell nimmt man dazu Zucker und Milch ein um die Wirkung zu verstärken.

Gemahlenes Juckbohnenpulver findet man in Indien meist unter der Bezeichnung Atmagupta. Juckbohnen sollten aufgrund ihrer toxischen Inhaltsstoffe nur bei entsprechender Indikation und unter professioneller Aufsicht eingenommen werden.

Juckbohne Psychoaktive Wirkung

In Indien nutzt man die zerriebenen Samen der Juckbohne auch als Aphrodisiakum und zur Herbeiführung halluzinogener Zustände. In Experimenten mit Ratten konnte nach Gabe eines Extraktes aus den Samen der Juckbohne eine halluzinogene Wirkung nachgewiesen werden.

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