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Kalmus

Acorus calamus - Kalmus

Kalmus ist eine Pflanze aus der Familie der Araceae (Aronstabgewächse) die seit über 2000 Jahren zur Behandlung von Bronchitis, Asthma und Fieber eingesetzt wird.

Kalmus wird oft als stimulierende Droge oder in höheren Dosen als Halluzinogen beschrieben. Für die psychoaktive Wirkung soll der im Kalmus enthaltene Phenolether Asaron verantwortlich sein. Asaron kommt im Kalmusöl als a-Asaron und ß-Asaron vor und bildet eine Vorstufe des Trimethylmethamphetamin TMA-2, das 10 mal so potent sein soll, wie Meskalin. In Laborversuchen wurde eine Wirkung auf das Zentralnervensystem bestätigt. Es zeigte sich auch, dass hohe Konzentrationen des ß-Asaron mutagen wirken. In Selbstversuchen konnten die psychoaktiven Wirkungen durch Rätsch nicht bestätigt werden. So schreibt er, dass er nach der Einnahme von mehr als 100g des ausgekochten, getrockneten Wurzelstockes keinerlei halluzinogene, psychedelische, entheogene oder sonstirgendwelche visonären Wirkungen feststellen konnte. Damit kann man die oft beschriebene psychoaktive Wirkung des Kalmus zumindest in Frage stellen.

Morphologie und Verwendung

Kalmus ist eine ursprünglich in Asien heimische Wasserpflanze, die bereits seit Jahrhunderten in ganz Europa anzutreffen ist. Die länglichen schwertförmigen Blätter des Kalmus wachsen direkt aus dem Wurzelstock und ummanteln den bis zu einen Meter hohen Stiel. In Asien ist heute fast ausschliesslich die kleinere Art, Acorus gramineus, anzutreffen.

Für Heilzwecke wird der Wurzelstock verwendet. Ein aus ihm bereiteter Tee wird bei Entzündungen im Magen-Darmbereich verabreicht. Die nach süsslicher Orange duftenden, jungen Blätter des Kalmus kann man für Süssspeisen in der Küche verwenden.

In der Ayurveda wird Kalmus seit Jahrtausenden bei Schlaflosigkeit, Melancholie, Neurosen, Epilepsie, Hysterie, Gedächtnisverlust und Fieber verwendet. In Nordamerika nutzten ihn Indianerstämme wie die Blackfeet ausgiebig und kauten die Wurzel als Allheilmittel. In tibetischen Räuchermischungen wird Kalmus aufgrund seiner Geistaufhellenden Wirkung oft als Bestandteil aufgeführt. Auch ist Kalmus oft in Schnupftabak zu finden.

Im Kalmus sind die Gifte Asaron und ß-Asaron enthalten. Extrakt oder Öl sollten in keinem Fall eingenommen werden, siehe Pflanzenguru.com.

Anbau

Kalmus ist sehr leicht zu kultivieren. Allerdings benötigt er als Wasserpflanze einen Bach oder Teich. Wer sich nicht gleich einen Teich im Garten anlegen möchte, kann Kalmus auch im Haus kultivieren. Dazu wird Kalmus in einen wasserdichten Topf gepflanzt und stark gewässert.

Volkstümliche Bezeichnungen

Ackermagen, Ackerwurtz, Ackerwurz, Acore, Acore aromatique, Acore odorant, Acore vrai, Acori, Acoro, Acoro verdadero, Acrois, Ajil-i-turki (Persisch), Akoron (Griechisch), Aksir-i-turki, A-notion ao-titara, Bach, Bacha, Bajegida (Kannada), Beewort, Belle angelique, Bhadra (Sanskrit), Bhuta-nashini (Sanskrit), Boja, Bojho (Nepali), Bueng, Calamo aromatico, Calamus, Canna cheirosa, Chalmis, Ch'ang (Chinesisch), Ch'ang-jung, Ch'ang-p'u, Cinnamon sedge, Dälau, Därau, Dengau, Deutscher Ingwer, Deutscher Zittwer, Erba cannella, Erba di Venere (Italienisch »Pflanze der Venus«), Flagroot, Galanga des marais, Ganghilovaj (Gujarati), Gewürzkalmus, Ghorabach, Gladdon, Gora vatch (Hindi), Ighir iggur, Jammu, Jerangau, Kahtsha itu (Pawnee »Medizin, die im Wasser liegt«), Kalmoes, Kalmuß, Karmes, Karmsen, Kaumeles, Ki we swask, Kni (Ägyptisch), Kolmas, Kolmes, Lubigan (Tagalot), Magenwurz, Mongolian poison, Moskwas'wask, Muskrat root, Muskwe s uwesk, Musquash, Myrtle Plag, Myrtle grass, Myrtle sedge, Nabuguck (Chippewa), Nagenwurz, Pai-ch'ang, Peze boao ka (Osage »flaches Kraut«), Pine root, Pow-e-men-artic (»Feuerwurzel«), Rat root, Reed acorus, Roseau aromatique, Roseau odorant, Safed-buch (Hindi), Schiemen, Schiemenwurz, Schwertenwurzel, Sete, Shui-ch'ang-p'u, Shyobu (Japanisch), Sih kpe-tawote, Sinkpe tawote (Lakota »Nahrung der Moschusratte«), Sunkae (Lakota »Hundepenis«), Sweet calomel, Sweet cane, Sweet cinnamon, Sweet Plag, Sweet flagroot, Sweet grass, Sweet myrtle, Sweet rush, Sweet segg, Tatar, Themeprü (Assamesisch), Ugragandha (Nordindien), Vaambu, Vacha, Vaj, Vasa (Telugu), Vasambu (Tamilisch), Vash (Arabisch), Vashampe (Malayam), Vekhand (Marathi), Venerea (Römisch), Venus plant, Venuspflanze, Wada-kaha, Warch, Watchuske mitsu in, Water flag, Wechel, Weekas, Wee-kees, Wehkes (»Moschusrattenwurzel«), Wekas, Wika, Wike, Wiken, Wye (Kashmiri), Yellow Plag, Zehrwurzrhizome, Zwanenbrood (Holländisch »Schwanenbrot«)
(Quelle: Rätsch)

Synonyme

Acoriis odorcitiis, Acoriis vidgaris, Acoriis vidgaris.

Formen und Unterarten

Acoms calannts var. anlericanlis (Nordamerika, Sibirien), Acoriis calannts var. vidgaris L. (Europa, Indien, Himalaya), Acoriis calannts var. ciiigiistatiis (Südostasien, Japan, Taiwan), Acoriis calannis var. calannts L. (Eurasien), Acoriis calannis var. veriis L. (tetraploide Form).
(Quelle: Rätsch)

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