Arnika - Wohlverleih - Arnica montana
Die Arnika ist eine schöne Gebirgspflanze aus der Familie der Asteraceae (Korbblütler). Bereits Goethe schätzte sie als Herztonikum. Äusserlich ist sie heilsam bei jeder Art von Verletzung.
Zu finden ist die Arnika auf ungedüngten, kalkarmen, sauren Bergwiesen. Der kriechende Wurzelstock bildet am Boden eine Rosette aus vier bis sech hellgrünen, eiförmigen, behaarten Blättern. Die Blühstengel der Arnika werden bis zu 60 cm hoch und tragen nur wenige gegenständige Blätter. Die leuchtendgelbe Blüte, die Blumen gleich aussieht, besteht aus vielen röhrenförmigen Einzelblüten, die in einem ausgeprägten grünen Hüllenkelch stehen. Gleich einem Korb. Ein Umstand, dem die Arnika ihre Familienzugehörigkeit verdankt. Zwischen den Einzelblüten steckt meist eine Fülle von Insekten, wie die Arnikafliege, auch Bohrfliege genannt. Möchte man die Arnikablüten für Heilzwecke einsetzen, müssen diese Insekten herausgelesen werden, indem man die Einzelblüten aus dem Hüllenkelch sammelt. Andernfalls erhöht sich die Gefahr von allergischen Reaktion bei der Anwendung. In Gesellschaft der Arnika findet man oft ähnlich aussehende Korbblütler wie die Habichtskräuter, den Berg-Löwenzahn, das Ferkelkraut, die Gemswurz oder die Haferwurzel. Unterscheiden kann man die Arnika aufgrund der wenigen gegenständigen Blätter am Stengel. Bei den anderen Korbblütlern stehen die Blätter wechselständig am Stengel.
Hauptinhaltsstoffe
- Sesquiterpenlactone wie das Helenalin und das 11,13-Dihydrohelenalin sowie deren Ester.
- Flavanoide wie Astragalin, Isoquercitrin und Luteolin-7-glukosid.
- Ätherisches Öl
- Polyacetylene
- Xantophyle, Cumarine und Cholin.
Heilwirkung und Anwendung
Äußerlich wird Arnica montana in Form von verdünnter Arnikatinktur zur Behandlung von Wunden aller Art angewendet. Sie wirkt entzündungshemmend, desinfizierend, schmerzlindernd und regeneriert das betroffene Gewebe.
Zur Behandlung von Geschwüren, Wunden oder Abszessen reinigt man die betroffene Stelle mit verdünnter Arnika-Tinktur und legt danach eine zuvor in verdünnter Arnika-Tinktur getränkte Kompresse auf.
Prellungen, Verstauchungen, Schwellungen, Blutergüsse, Insektenbisse, Furunkeln, Gelenkentzündungen, Schleimbeutelentzündungen, Lymphgefäßentzündungen oder Quetschungen behandelt man mit Umschlägen aus verdünnter Arnika-Tinktur. Dazu mischt man einen Teelöffel Arnika-Tinktur mit 250ml Wasser. Die Tinktur kann man in Apotheken kaufen oder bereitet sie selber zu. Dazu mischt man einzeln verlesene Arnikablüten mit 75%-igen Weingeist im Verhältnis 1:5 und lässt diese Mischung einen Monat verschlossen stehen. Anschliessend filtern und in dunkle Fläschchen füllen.
Alternativ kann man auch einen gehäuften Eßlöffel Arnikablüten mit 250ml kochendem Wasser übergiessen und 10 Minuten ziehen lassen. Die so erhaltene Lösung kann man ähnlich der verdünnten Arnika-Tinktur verwenden.
Arnika-Tinktur sollte man allenfalls streng lokal begrenzt unverdünnt verwenden. Eine Überdosierung kann zu Entzündungen führen.
Für Massagen oder zur Körperpflege kann man ein Arnika-Öl herstellen. Dazu nimmt man ein halbes Glas voll Arnikablüten und füllt die andere Hälfte mit Olivenöl auf. Die Mischung lässt man einen Monat in der Sonne stehen, filtert das Öl anschließend und füllt es in ein dunkles Gefäß ab.
Innerlich angewendet stellt Arnika ein sehr gutes Herztonikum dar. Sie stärkt das arterielle und venöse Gefäßsystem. Indikationen sind beispielsweise Arteriosklerose, Altersherz, coronare Herzkrankheiten, Angina pectoris oder vorbeugende Behandlung zur Vermeidung eines Schlaganfalls. Die Arnika zählt zu den Giftpflanzen. Wie bei den meisten Giftpflanzen, entscheidet die Dosis darüber, ob sie ein Gift oder ein Heilmittel darstellt. Arnika darf deshalb nur in sehr starker Verdünnung angewendet werden, da sie zu schwerwiegenden Nebenwirkungen führen kann. Aufgrund dieser Nebenwirkungen ist die Konsultierung eines Arztes sinnvoll. Eine übliche Dosierung zur Bereitung von einem Teeaufguss besteht aus 0,2 Gramm Arnikablüten auf 200ml Wasser.
In Apotheken gibt es fast 300 Medikamente, die Arnika einsetzen. Zum Beispiel: Arnica-Sport-Gel, ArnicaKneipp, Arniflor, Arnika-Wundtuch, Capillaron, Arthrodynat-Salbe, Arnitaegus oder Arnikamill.
Arnika - Wohlverleih - Arnica montana - Volkstümliche Bezeichnungen
Bergwohlverleih, Fallkraut, Gamskraut, Engelkraut, Blutkraut, Bergwurzelkraut, Bergdotterblume, Johannisblume, Wolfsauge, Wolfesgelega, Wolfsgelb.
Weiterführende Links
Arnika im Heilpflanzenkatalog| < Zurück | Weiter > |
|---|



