Gundermann

Gundermann

Der zur Familie der Lamiaceae (Lippenblütler) gehörende Gundermann, Glechoma hederaceae, verrät seine traditionelle Verwendung bereits durch seinen Namen. Das aus dem gotischen stammende Wort gund bedeutet Eiter oder Geschwür. Der Gundermann war also eine Pflanze, die man bei schlecht heilenden, eiternden Wunden und Geschwüren einsetzte.

Verwendung und Wirkung Gundermann

Der Gundermann ist in ganz Europa bis Vorderasien verbreitet. Man findet ihn auf feuchten Wiesen, an schattigen Wegrändern, in Wäldern, Gräben und Gebüschen.

Traditionelle Verwendung

Der Gundermann ist eine ausdauernde Rosettenstaude mit dünnen Wurzelstock. Der Blütenstengel ist vierkantig, aufrecht und bis zu 60 cm hoch. Die Blätter sind langgestielt, gegenständig, rundlich-nierenförmig, obere nahezu herzförmig, grob gekerbt und schwach behaart. Die Blüten erinnern stark an die Blüten des kriechenden Günsel. Sie sind bis zu 2 cm lang, blau bis hellviolett, oftmals lilafarben, selten fleischfarben. Die Oberlippe der Gundermann-Blüte ist zweispaltig, flach und ausgestreckt. Die Unterlippe ist dreispaltig und mit einem dunklen Fleck versehen.

Gundermann wird traditionell zur Behandlung von bei Bronchial- und Darmkatarrh, Lungentuberkulose, Steinleiden, Wechselfieber, Gelbsucht, Brust- und Magenverschleimung, Würmern, Gonorrhö, Asthma bronchiale, Schnupfen, Heuschnupfen, Leberstauung, Milzstauung, Cystitis, Blasenschwäche, Geschwüre, Gehörleiden (Spülung), Leukorrhö (äusserlich) verwendet. Die jungen frischen Gundermannblätter dienen als Frühlingsgemüse und werden als hilfreich bei Blutarmut, Bleichsucht, Unterleibsstockungen und Skofulose beschrieben. Eine Abkochung oder frischer Gundermannsaft in Salben vermengt wurde auf schlecht heilende Wunden und Geschwüre aufgebracht. Ein Dekokt ist ein traditionelles Mittel zur Behandlung von Gicht, Ischias, Stein- und Grießbeschwerden eingesetzt.

Zur Anwendung bereitet man einen wäßrigen Aufguß aus den zur Blütezeit von April bis Juni gesammelten Gundermann. Für einen Gundermanntee wird 1 Teelöffel Gundermannkraut, mit 200 ml kochendem Wasser übergossen und anschliessend 15 Minuten ziehen gelassen. Es empfiehlt sich, Gundermanntee in einem gut verschlossenen Gefäss zuzubereiten, da die ätherischen Öle des Gundermanns sehr flüchtig und kaum wasserlöslich sind. Alternativ kann er in Ziegen- oder Schafsmilch zubereitet werden. Auf diese Wiese werden die flüchtigen ätherischen Öle an das Fett gebunden.

Gundermanntee wird je nach Beschwerdebild mit anderen Heilkräutern gemischt. Gundermanntee mit Kalmus wird als gutes magenstärkendes Mittel beschrieben. Gundermanntee mit Wermut vermischt diente als Mittel zur Behandlung von Gelbsucht. Eine Mischung aus Gundermann, Schafgarbe, Huflattich und Ehrenpreis ist ein ausgezeichneter Brusttee.

Für äusserlich Anwendungen wird er bei Eiterbeulen und Geschwüren mit Schafgarbe vermischt. Die so erhaltene Mischung nutzte man für Waschungen und als Auflage.

Ein Gundermanntee aus Wasser und Essig im Verhältnis 1:1 gemischt, wird als Mundspülung gegen Zahnschmerzen oder als Auflage bei Gicht verwendet. Bei Ohrenleiden spritzte man diesen Gundermanntee mit einer Ohrenspritze in die Gehörkanäle um Verschleimungen zu lösen. Alternativ nutze man bei Ohrenleiden eine Mischung aus Gundermann, Schafgarbe und Salbei.

Frischer Gundermann zu gleichen Teilen vermischt mit jungen Brennnesseltrieben, Zaungiersch, Taubnessel, Gänseblümchen, Wegerich und Gartenmelde kleingehackt und zusammen mit einer kleinen Zwiebel in Ghee angedünstet und mit Wasser kurz aufgekocht ergibt eine ausgezeichnete Frühjahrssuppe.

Inhaltsstoffe

Gerbstoff, Bitterstoffe, Cholin, Harz, Fettsäuren, Wachs, Gummi, Zucker, Essigsäure, Weinsäure, Rosmarinsäure, Salze, ätherisches Öl mit Menthon, Pulegon und Pinocarvon.

Alternative Bezeichnungen

  • Gundelrebe

Weiterführende Links

Ausführliche Informationen finden Sie im Heilpflanzenkatalog.net.

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