Ephedrakraut

Ephedra, Ephedrae herb, wirkt auf Lunge und Blase, fördert das Schwitzen und öffnet die Poren.

Wirkung und Indikationen von Ephedrakraut

Ephedrakraut wirkt über den Lungen- und den Blasen-Meridian. Es öffnet die Poren und wirkt ausleitend und entgiftend. Auf die Lunge wirkt es erweiternd und beruhigend. Bei Keuchhusten und Husten wirkt es lindernd.

Ephedra wirkt sowohl auf den Taiyang als auch auf die Blase. Der Grund dafür, dass Ephedrakraut auch die Entleerung der Blase fördert. Aufgrund seiner wärmenden und stark ausleitenden Eigenschaften wird Ephedra auch bei Erkältungen eingesetzt wobei es meist mit anderen Kräutern gemischt wird, beispielsweise um Wind-Feuchtigkeit auszuleiten, oder durch sie verursachte schmerzhafte Blockaden zu lösen.

Ephedrakraut ist hilfreich bei durch äußeren Wind und Kälte verursachte Beschwerden die mit Erkältung, Fieber, Kopfschmerzen und leichtem, fließenden Puls einhergehen.

Es wird auch in Kombination mit äußerlichen Anwendungen eingesetzt. Ephedra dient dabei als Beschleuniger. Es öffnet die Poren, so dass die äußerlich aufgebrachten Pflanzen besser und schneller über die Haut aufgenommen werden können.

Während der Behandlung mit Ephedra sollte unter allen Umständen Zugluft vermieden werden.

Zubereitung von Ephedra

Ephedra säubern

Die Wurzel wird entfernt. Die Knoten werden ebenfalls entfernt, wenn Ephedra zur Öffnung der Poren eingesetzt werden soll.

Ephedra-Watte

Das gesäuberte Ephedrakraut wird zum kochen gebracht, bis es sich im kochenden Wasser zehn mal gedreht hat. Alternativ kann man es in kochendem Wasser tränken bis Schaum entsteht. Anschließend wird es entnommen, getrocknet und nach der Trocknung gerieben, bis die Fasern weich sind. Man kann Ephedra auch kochen und den Schaum abschöpfen. Die Prozedur dient dazu, die durch Ephedra verursachte Erregung zu mindern.

Zubereitetes Ephedra

Gesäubertes Ephedra wird mit Wasser kurz angebraten. Dadurch wird die schweißtreibende Eigenschaft gemindert, die bruhigende Wirkung auf die Lunge jedoch erhöht.

Mit Honig zubereitetes Ephedra

Honig wird langsam zum kochen gebracht, Schaum und Wax von der Oberfläche abgeschöpft bzw. entfernt. Anschließend wird der Honig gefiltert und wieder bei einer Temperatur von 115 bis 120 Grad Celsius zum kochen gebracht bis er nicht mehr zäh ist und Blasen schlägt. Ungefähr ein Drittel soviel Flüssigkeit wie Honig im Topf ist, wird zum kochen gebracht und zum Honig gegeben. Gut vermischt gibt man die Masse auf gesäubertes Ephedra wobei ungefähr sechs mal soviel Ephedra übergossen wird. Anschließend trocknet man diese Mischung bei kleiner Flamme bis sie tief gelb und nicht mehr klebrig ist.

Dosierung von Ephedra

Eine allgemeine Dosierungsangabe für Ephedrakraut ist schwierig. In der Literatur findet man Angaben zwischen 2g und 9g.

Menschen die in wärmeren Regionen leben, dünnere Haut haben und leicht schwitzen, benötigen weitaus weniger Ephedra als Menschen mit grober Haut aus kälteren Gebieten, die kaum schwitzen. In ersteren Fall könnte bereits 1g ausreichen. In letzteren benötigt man oft mehr als 20g Ephedrakraut. Die Dosierung ist also abhängig von Indikation, Jahreszeit, Ort und der zu behandelnden Person.

Gegenanzeigen und Maßnahmen

Bei Bluthochdruck, Schwäche, Schweißausbrüchen, Nachtschweiß verursacht durch Yin-Mangel oder Keuchhusten aufgrund einer Nierenfunktionsstörung sollte Ephedrakraut nicht angewendet werden.

Auf keinen Fall sollte Ephedrakraut überdosiert werden. Die Dosierung hängt nicht nur von der Indikation ab. Siehe hierzu den Abschnitt zu Dosierung. In der Literatur wird als toxische Dosis 30-45g Ephedrakraut angegeben. Symptome für eine Überdosierung sind: Herzklopfen, Hyposomnie, Unruhe, Diaphorese, Brustschmerzen, erhöhte Temperatur und zittern. Extreme Überdosierung kann zu verschwommenen Sehen, geweiteten Pupillen, Koma, Atemnot, Dysurie, Krämpfen, Atemstillstand, Herzleiden, verlangsamten Herzschlag und Kammerflimmern führen.

Ephedrakraut darf aufgrund der Gefahr von Herzrhythmusstörungen nicht zusammen mit Herzglykosiden eingenommen werden.

Der Einsatz über einen längeren Zeitraum ist nicht ratsam, da Ephedrin den Schließmuskel der Blase stimuliert. Eine Dauergabe kann zu Oligurie oder Anuria führen!

Zur Vermeidung von durch Ephedrakraut verursachte rote Augen, empfiehlt es sich Scutellariae Radix in Kombination zu geben.

Sollte es nach der Einnahme von Ephedrakraut zu ständig wiederkehrenden spontanen Schwitzen kommen, kann man das stoppen indem man den Kopf in kaltes Wasser taucht und anschließend Ephedrae Radix Pulver auf die schwitzenden Stellen aufbringt.

Traditionell wurde Ephedra ausschließlich in der Winterzeit empfohlen und dann auch nur bei angezeigten Indikationen.

Ephedrakraut Mischungen

Ephedrakraut mit Cinnamomi ramulus

Cinnamomi ramulus wird beigemengt um das Schwitzen zu fördern oder zu drosseln. Ein Patient von guter Konstitution mit einer starken Erkältung benötigt doppelt soviel Ephedra wie Cinnamomi ramulus. Ist die Mischung im Verhältnis 1:1 oder nur wenig mehr Ephedra, führt es zu einem moderaten Schwitzen. Mehr Cinnamomi ramulus fördert lediglich leichtes Schwitzen und ist somit für ältere oder schwächere Patienten geeignet.

Ephedra mit Armeniacae semen

Ephedra und Armeniacae semen wird zur Normalisierung der Lungenfunktion verabreicht. Insbesondere bei durch äußerliche Wind-Kälte verursachten Husten, Brustschmerzen und Keuchhusten.

Ephedra und Rehmanniae radix preparata

Die Lunge kontroliert das Qi während die Nieren die Wurzel bilden. Sind die Nieren schwach und haben probleme, bleibt das Qi in den Nieren nicht stbil und drängt zurück, was zu Keuchhusten führt. Cinnamomi ramulus hilft den Nieren, das Qi zu akzeptieren, Ephedra hilft den Lungen, es in’s Innere zu tranportieren.

Ephedra und Gypsum fibrosum

Die Mischung wird eingesetzt zur Behandlung von Wind-Ödemen. Ephedra 10 bis 15g Gypsum fibrosum 20 bis 30g

Inhaltsstoffe

  • Alkaloide: L-Ephedrin, D-Pseudo-Ephedrin, L-N-Methyl-Ephedrin, d-N-Methyl-Pseudoephedrin, L-Norephedrin, d-nor-Pseudoephedrin, Ephedrin, Ephedroxan.
  • Volatile Öle
  • Flavonoide
  • Organische Säuren, Katechin

Wie erkennt man gutes Ephedrakraut?

Gute Qualität hat leicht grüne oder gelblich-grüne Stengel mit einem rötlich-braunen Zentrum. Die einzelnen Abschnitte können nicht auseinandergezogen werden. Der Geschmack ist bitter und zusammenziehend.

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