Chacruna

Chacruna, Psychotria viridis, ist ein immergrüner Strauch aus der Familie der Rubiaceae (Rötegewächse). Seine Blätter werden aufgrund ihres NN-DMT-Gehaltes bevorzugt als Grundlage für Ayahuasca (Yage) verwendet.

Chacruna Lebensraum

Chacruna ist im lateinamerikanischen Amazonasgebiet (Costa Rica bis Bolivien) heimisch.

Beschreibung

Chacruna ist ein bis zu 3 Meter hoher immergrüner Strauch mit stark verholzenden Stamm. Die Blätter von Chacruna sind schmal, grün und spitz zulaufend. An der Oberseite glänzend.

Die Blüten sind weiß bis grünlich mit länglichem Stiel. Die Früchte sind hellgrün bis dunkelrot und glasig mit kleinen länglich ovalen Samen.

Traditionelle und moderne Verwendung von Chacruna

Chacruna wird aufgrund seines hohen NN-DMT-Gehaltes für psychoaktive Zwecke eingesetzt. Verwendet werden die Blätter. Sie werden morgens gesammelt, weil dann ihr Gehalt an DMT am höchsten sein soll. Die Blätter werden entweder getrocknet oder frisch als Grundlage für Ayahuasca verwendet oder geraucht. Zum rauchen erstellt man aus den Blättern einen Extrakt, den man zu einer teerartigen Masse eindicken läßt.

Russo weist auf ein Verfahren hin, bei dem die frischen Chacruna Blätter gepreßt werden. Der so erhaltene Saft soll pro ml ca. 100mg NN-DMT enthalten.

Eine orale Aufnahme zeigt keinerlei Wirkung, weil DMT in der Leber abgebaut wird. Aus diesem Grund wird Chacruna geraucht oder dient als Grundlage zur Herstellung von Ayahuasca.

Wirkung

Typische DMT-Wirkung.

1955 untersuchte der Ungar Szara synthetisiertes DMT. Er nahm das so erstellte DMT oral ein und konnte keinerlei Wirkung feststellen. Szara kam zu der Schlußfolgerung, dass DMT oral eingenommen keine psychoaktive Wirkung entfaltete, weil es kurz nach der Einnahme abgebaut wird. Ein Umstand, der den Ureinwohner des Amazonasgebietes bereits seit Jahrtausenden bekannt war. Sie hatten bereits durch Ayahuasca einen Weg gefunden den Abbau zu verhindern. Erstaunlicherweise war und ist ihnen auch bekannt, welche Nahrungsmittel sie vor, nach und während der Einnahme von Ayahuasca vermeiden müssen. Szara wußte all dies nicht und so kam er zu dem Schluss, DMT intramuskulär zu spritzen.

Die Wirkung beschrieb er als LSD ähnlich. Er fühlte ein Krippeln, zittern, leichte Übelkeit, erhöhten Blutdruck und schnellen Pulsschlag, optische Illusionen und später Halluzinationen. Die Halluzinationen beschrieb er als wundervoll und farbenfroh mit orientalischen Motiven begleitet von einem Gefühl der Euphorie. Nach 45 Minuten ebbten die Halluzinationen ab und Szara nahm seine Umwelt wieder wahr.

Szara suchte im nächsten Schritt freiwillige und spritzte ihnen psychoaktive Dosierungen an DMT intramuskulär. Eine junge ungarische Ärztin beschrieb die Wirkung als Heimführung in den Himmel. Ähnlich, wie es von Nahtoderfahrungen beschrieben wird. Sie beschrieb ein göttliches Licht, das sie willkommen heißt und das Gefühl endlich zu Hause zu sein. Wobei Familienbindungen, Studien, Erinnerungen weit entfernt und unwichtig waren.

Strassmann schreibt in seinem Buch “The Spirit Molecule” ausführlich über die Wirkung von DMT. Er sieht es als Schlüssel zu einem höheren Bewußtsein an, das kurz vor dem Tod ausgeschüttet wird und eine Sicht weit über das was wir als real erachten ermöglicht.

Die Halluzinationen können jedoch auch höllisch sein. Hinzu kommt, dass DMT im Verdacht steht, irreparable Schäden der Nervenbahnen zu verursachen. Wobei letzteres bisher nicht nachgewiesen werden konnte.

Inhaltsstoffe

  • NN-DMT
  • Spuren von MMT und MTHC

Ayahuasca

Ayahuasca ist eine Mischung aus den Blättern des Chacruna und der Rinde der harmalinhaltigen Liane Banisteriopsis caapi. Die Blätter des Chacruna bilden durch das in ihnen enthaltene DMT die Grundlage der psychoaktiven Wirkung. Oral eingenommen wird Dimethyltryptamin (DMT) in der Leber durch mitochondriale Enzyme, sogenannte Monoaminooxidasen (MAO), abgbaut. Die in Banisteriopsis caapi enthaltenen Alkaloide Harmalin und Harmin hemmen die Ausschüttung der Monoaminooxidase. Eine Alternative zu Banisteriopsis caapi würde theoretisch die harmalinhaltige Steppenraute (Peganum harmala) darstellen.

Kocht man nun Chacruna mit Banisteriopsis caapi kann man den Drunk oral einnehmen und das enthaltene DMT entfaltet seine psychoaktive Wirkung. Das Problem ist nur, dass die Monoaminooxidase die DMT abbaut uns auch vor toxischen Aminen schützt, die in vielerlei Nahrungmitteln und Medikamenten enthalten sind. Zu den Nahrungsmitteln gehören beispielsweise Bananen, Käse, Wein, Fisch, Ananas, Kaffee, Cola, Geflügelleber, verschiedene Bohnen, Alkohol und vieles mehr. Man sollte sich also sehr gut informieren, bevor man einen MAO-Hemmer zu sich nimmt. Alternativ kann man 24 Stunden vor und nach der Einnahme komplett auf eine Nahrungsaufnahme verzichten und lediglich Wasser zu sich nehmen.

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